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Führung & Wirtschaft

Smart City & Region Life

Smart City & Region Life – Mehr Lebensqualität durch Technologie

Smart City & Region Life – Mehr Lebensqualität durch Technologie

Smart City

„Immer mehr Menschen zieht es in die Städte“, das stimmt so mittlerweile nicht mehr. Das Landleben boomt. Es sind vor allem die 30- 50-jährigen, die seit Jahren schon in Scharen aus den Städten in die Landkreise ziehen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Allensbach. Besonders deutlich zeigt sich das am sogenannten Wanderungssaldo. Das ist die Zahl die rauskommt, wenn man Zuzüge in eine Stadt oder einen Landkreis nimmt und die Wegzüge abzieht. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die wanderungsaktivste Gruppe sind die 18- bis 24- jährigen. Zum Studium oder zur Ausbildung zieht es sie zunächst häufig in die Städte. Doch in dem Augenblick, wo sie berufstätig werden und Familien gründen, ziehen viele wieder raus aus der Stadt. Mit steigendem Alter sinkt dann die Bereitschaft zum Umzug. Das Ergebnis: Wer einmal aufs Land gezogen ist, bleibt dort auch mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Daraus folgt, dass Smart Cities und smart Regions miteinander mehrere Handlungsfelder beackern müssen. Die Mobilität, die Vernetzung, die Luft und das Zusammenleben der Bürger stehen damit vor neuen Herausforderungen, die es smart zu lösen gilt. Die Unternehmensberatung Roland Berger und eine Studie von McKinsey haben ausgewertet, welche Städte sich diesen Herausforderungen vor allem stellen müssen. Aus diesen Studien sind einige Aspekte hervorgegangen, die Verbesserungen für die Bürger der Städte mit sich bringen. Bessere Mobilitätslösungen versprechen den Bürgern zum Beispiel im Durchschnitt 20 Prozent weniger Pendelzeit. Darunter fallen unter anderem eine intelligente Verkehrssteuerung, Smart Parking und Echtzeitinformationen für den Nahverkehr. Diese bedeuten wiederum eine geringere Belastung für die Umwelt.

Aber auch die Gesundheit der Smart City-Bürger profitiert von den neuen Konzepten und innovativen Lösungen. Telemedizin, besseres Monitoring beim Ausbruch ansteckender Krankheiten und Echtzeitüberwachung chronisch Kranker können die Krankheitsbelastung um 15 Prozent reduzieren. Smarte Ampelschaltungen können zudem die Anfahrtszeit von Rettungsfahrzeugen um entscheidende Minuten verkürzen. Solche Monitoring-Systeme können ebenso die Polizeiarbeit durch datenbasierte Kriminalitätsvorhersagen erleichtern und Wohnhäuser durch Securitysysteme sicherer machen.

Smart Cities gelten außerdem als besonders umweltschonend. Automatisiertes Heizen und Kühlen in Gebäuden, Abrechnungen nach tatsächlichen Müllmengen und intelligente Energienetze verringern die Umweltbelastung in den Städten deutlich.

McKinseys Analysen haben herausgearbeitet, dass drei Voraussetzungen geschaffen sein müssen, um Smart Cities erfolgreich auf- und auszubauen.

  1. Technische Basis, die durch Sensoren, Smartphones und ein schnelles Mobilfunk- und Breitbandnetz miteinander verbunden ist und Rohdaten zur Verfügung stellt (Open Data Plattform)
  2. Diverse Anwendungen die diese Rohdaten für Bürger verarbeiten, bspw. um diese Daten in konkrete Warnungen, Echtzeitinformationen oder Handlungsempfehlungen zu übersetzen
  3. Nutzung der Anwendungen durch eine Vielzahl von Bürger_innen, die schließlich zu einem Verhaltenswandel innerhalb der Gesellschaft führt

Obwohl einige Städte bereits mit fortschrittlichen Ansätzen punkten, werden viele der Strategien noch unzureichend umgesetzt, so die Studienautoren. Zwar mangelt es nicht an Ideen und Strategien, aber an die unklaren Verantwortlichkeiten und koordinative Funktionen mit entsprechendem Wissen, die die Projekte vorantreiben. 

Die Studie der Roland Berger Unternehmensberatung zeigt, dass sich die Anzahl der Städte mit einer klaren Strategie Richtung Smart City fast verdoppelt haben. Ganze 90 Prozent aller Städte zeigen hingegen keine ganzheitlichen Konzepte. Es wird deutlich, dass es noch viel Potenzial für Smart Cities gibt. Es hat sich ergeben, dass Wien auf Platz 1 weltweit liegt, wenn es um die beste Smart City-Strategie geht. Österreichs Hauptstadt punktet mit innovativen Lösungen für Umwelt, Gesundheit, Bildung, Energie, Wohnen, Sicherheit, Abfall und lokales Engagement sowie in seiner Fortschrittskontrolle einzelner Projekte. Es folgt London, doch vor allem asiatische Metropolen zeigen überzeugende Konzepte. Von deutschen Städten befinden sich nur Hamburg und Berlin im oberen Drittel des Rankings.

Die Probleme vieler großer Städte sind oft ähnlich: lange Staus, begrenzter Wohnraum und eine steigende Umweltbelastung. Eine enge Kooperation zwischen Stadtverwaltungen, Unternehmen und Bürger_innen ist für die Umsetzung der Smart City-Strategien zur konkreten Verbesserung der Lebensqualität notwendig. 

Während die großen Städte teilweise sehr weit in der Digitalisierung sind hat sich das Fraunhofer-Institut IESE vorgenommen, die Möglichkeiten der Digitalisierung in ländlichen Regionen zu untersuchen und praktisch zu erproben. Mit neuen Konzepten will man das Landleben vom Abstellgleis auf die Überholspur bringen und damit genauso attraktiv machen wie das Zukunftsmodell von einem Leben in der „Smart City“. Das bedeutet, dass auf dem Land einerseits Lösungen gefunden werden müssen, um für eine eher ältere Bevölkerung Mobilität und medizinische Versorgung zu gewährleisten. Andererseits sollten gerade auch für junge Familien attraktive Alternativen auf dem Land realisiert werden – beispielsweise neuartige Arbeitsmodelle, Mobilitätslösungen und Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung. Zugleich hinkt der beschlossene Ausbau von Breitbandnetzen gegenüber dem Stadtleben weit hinterher. Die Möglichkeiten, im „Home Office“ zu arbeiten, sind damit stark eingeschränkt.

Insgesamt lässt sich allerdings feststellen, dass Städte mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen mit dem Einsatz von Smart City-Projekten deutlich vor strukturschwachen Regionen liegen!

Folgt man den vergangenen Entwicklungen, lassen sich Prognosen für eine wachsende Smart City und Region-Bewegung aufstellen. Gerade in Zeiten, in denen der urbane Raum expandiert und der Fokus auf Effizienz, Lebensqualität und Umweltschutz liegt, bedarf es weitere smarte Strategien und vor allem eines – deren klar geregelte Umsetzung.

Dieser Beitrag stammt aus dem Blogarchiv. Aussagen, Zahlen und zeitliche Bezüge entsprechen dem damaligen Veröffentlichungsstand.
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